DIE WOCHE HEIL ÜBERSTEHEN.
Erst vor einem Jahr bekam ich in letzter Minute eine Wildcard für das Natural Selection Bike in Queenstown. Dort den dritten Platz zu erreichen, wurde zu einem der größten Momente meiner Karriere. 2026 zurückzukehren, fühlte sich völlig anders an – und irgendwie noch besonderer.
Nach dem chaotischen Event im letzten Jahr zögerten verständlicherweise viele Fahrerinnen und Fahrer, wiederzukommen. Mehrere Athletinnen und Athleten hatten sich verletzt und mussten sogar mit dem Hubschrauber vom Berg ausgeflogen werden. Deshalb reiste ich mit einem ganz einfachen Ziel an: die Woche heil zu überstehen.

ERSTER TRACKWALK
ALLE WOLLTEN FAHREN.
Zum Glück waren diese Bedenken schnell verflogen. Schon beim Track Walk am Sonntag war klar, wie viel Arbeit die Trailbauer in die Strecke gesteckt hatten. Der Kurs war an vielen Stellen verbessert worden – mit sichereren Optionen, neuen alternativen Lines und insgesamt deutlich mehr Flow. Am Ende des ersten Tages war die Stimmung unter den Fahrerinnen und Fahrern wie ausgewechselt. Alle hatten richtig Bock, endlich zu fahren.


RIDING MOUNT DEWAR

Mount Dewar ist eine ganz besondere Location. Die Strecke ist von Tussock-Gras und losem Schiefer geprägt und verlangt von oben bis unten Präzision und Selbstvertrauen. Für den Wettkampf gibt es drei Hauptlinien, von denen zwei für die Frauenkategorie offen sind.
Mit dem Shuttle geht es etwa sieben Minuten bergauf, danach folgt noch ein kurzer Hike-a-Bike bis zum Start. Einzelne Features immer wieder zu fahren, wird dabei schnell zum Workout, denn oft ist es schneller, die steilen Hänge direkt wieder hochzuklettern, als ganz nach unten zu fahren und erneut den Shuttle zu nehmen.
Der Kurs ist hauptsächlich darauf ausgelegt, am Abend gefahren zu werden. Beim morgendlichen Training sorgt die aufgehende Sonne deshalb oft dafür, dass man die Absprungkanten der Jumps kaum erkennen kann. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen – aber irgendwann stellt man sich darauf ein.

Die ersten Trainingstage waren unglaublich produktiv. Zwischen Wind, Regen und dichtem Nebel, der immer wieder für Wartezeiten sorgte, konnte ich trotzdem einige meiner Ziele für die Woche abhaken:
– Den Red Bull Wooden Kicker springen
– Revanche am berüchtigten Rock Bonk nehmen (den die Dig Crew nach meinem Crash dort im letzten Jahr scherzhaft in „Van Horne“ umbenannt hatte)
– Die blinde Shark Fin noch einmal fahren
– Kreative Lines durch den Kurs finden
Alles in allem entwickelte sich die Woche genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Mit all den anderen Mädels zu fahren, hat unglaublich viel Spaß gemacht, und es war inspirierend zu sehen, wie jede von uns im Training immer wieder ihre eigenen Grenzen verschoben hat.
Gegen Ende der Woche machte uns das Wetter dann einen Strich durch die Rechnung und der letzte Trainingstag musste abgesagt werden. Nach vielen Diskussionen entschieden die Veranstalter schließlich, den Wettkampf auf zwei Tage aufzuteilen: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gab es an jedem Tag jeweils einen gewerteten Run.

Der Donnerstag, unser letzter offizieller Trainingstag, fühlte sich wie ein Rennen gegen die Zeit an.
Es gab noch ein paar Features, bei denen ich meine Line noch nicht ganz gefunden hatte – vor allem an der großen Right Hip und beim Hip Transfer nach dem Flyout. Beim Versuch, eine der Lines hinzubekommen, habe ich mir sogar einen Reifen zerstört. Gleichzeitig war für mich klar: Vor dem Wettkampf wollte ich unbedingt noch den Red Bull Kicker springen.
Im Laufe des Tages fügte sich dann langsam alles zusammen. Schließlich ließ ich mich in den Kicker reinziehen – hatte danach aber keine Zeit mehr, ihn mit dem unteren Teil der Strecke zu einer kompletten Line zu verbinden.
Also folgte ich am Samstag, gerade einmal eine Stunde vor meinem ersten Competition Run, Louis Reboul durch seinen Signature Speedway und weiter über die unteren Jumps. Danach ging es direkt zum Starthäuschen.
Mount Dewar ist eine ganz besondere Location. Die Strecke ist von Tussock-Gras und losem Schiefer geprägt und verlangt von oben bis unten Präzision und Selbstvertrauen. Für den Wettkampf gibt es drei Hauptlinien, von denen zwei für die Frauenkategorie offen sind.
Mit dem Shuttle geht es etwa sieben Minuten bergauf, danach folgt noch ein kurzer Hike-a-Bike bis zum Start. Einzelne Features immer wieder zu fahren, wird dabei schnell zum Workout, denn oft ist es schneller, die steilen Hänge direkt wieder hochzuklettern, als ganz nach unten zu fahren und erneut den Shuttle zu nehmen.
Der Kurs ist hauptsächlich darauf ausgelegt, am Abend gefahren zu werden. Beim morgendlichen Training sorgt die aufgehende Sonne deshalb oft dafür, dass man die Absprungkanten der Jumps kaum erkennen kann. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen – aber irgendwann stellt man sich darauf ein.
Die ersten Trainingstage waren unglaublich produktiv. Zwischen Wind, Regen und dichtem Nebel, der immer wieder für Wartezeiten sorgte, konnte ich trotzdem einige meiner Ziele für die Woche abhaken:
– Den Red Bull Wooden Kicker springen
– Revanche am berüchtigten Rock Bonk nehmen (den die Dig Crew nach meinem Crash dort im letzten Jahr scherzhaft in „Van Horne“ umbenannt hatte)
– Die blinde Shark Fin noch einmal fahren
– Kreative Lines durch den Kurs finden
Alles in allem entwickelte sich die Woche genau so, wie ich es mir erhofft hatte. Mit all den anderen Mädels zu fahren, hat unglaublich viel Spaß gemacht, und es war inspirierend zu sehen, wie jede von uns im Training immer wieder ihre eigenen Grenzen verschoben hat.
Gegen Ende der Woche machte uns das Wetter dann einen Strich durch die Rechnung und der letzte Trainingstag musste abgesagt werden. Nach vielen Diskussionen entschieden die Veranstalter schließlich, den Wettkampf auf zwei Tage aufzuteilen: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen gab es an jedem Tag jeweils einen gewerteten Run.
Der Donnerstag, unser letzter offizieller Trainingstag, fühlte sich wie ein Rennen gegen die Zeit an.
Es gab noch ein paar Features, bei denen ich meine Line noch nicht ganz gefunden hatte – vor allem an der großen Right Hip und beim Hip Transfer nach dem Flyout. Beim Versuch, eine der Lines hinzubekommen, habe ich mir sogar einen Reifen zerstört. Gleichzeitig war für mich klar: Vor dem Wettkampf wollte ich unbedingt noch den Red Bull Kicker springen.
Im Laufe des Tages fügte sich dann langsam alles zusammen. Schließlich ließ ich mich in den Kicker reinziehen – hatte danach aber keine Zeit mehr, ihn mit dem unteren Teil der Strecke zu einer kompletten Line zu verbinden.
Also folgte ich am Samstag, gerade einmal eine Stunde vor meinem ersten Competition Run, Louis Reboul durch seinen Signature Speedway und weiter über die unteren Jumps. Danach ging es direkt zum Starthäuschen.





SAMSTAG, ERSTER WETTKAMPFTAG

Am ausgesetzten Top Drop kam leichter Seitenwind auf. Als ich einen Superman Seat Grab (Sui) machte, wurde mein Bike gerade so weit versetzt, dass ich beim Zurückgreifen komplett am Lenker vorbeigriff.
Irgendwie konnte ich das Ganze noch retten. Rückblickend war das wohl einer der krassesten Saves meiner Karriere.
Für einen kurzen Moment war ich frustriert über mich selbst, aber ich konnte mich schnell wieder sammeln und mich auf den Rest des Runs konzentrieren. Zum Glück lief danach alles perfekt zusammen.
Am ausgesetzten Top Drop kam leichter Seitenwind auf. Als ich einen Superman Seat Grab (Sui) machte, wurde mein Bike gerade so weit versetzt, dass ich beim Zurückgreifen komplett am Lenker vorbeigriff.
Irgendwie konnte ich das Ganze noch retten. Rückblickend war das wohl einer der krassesten Saves meiner Karriere.
Für einen kurzen Moment war ich frustriert über mich selbst, aber ich konnte mich schnell wieder sammeln und mich auf den Rest des Runs konzentrieren. Zum Glück lief danach alles perfekt zusammen.



SONNTAG, ZWEITER WETTKAMPFTAG

Der Sonntagmorgen fühlte sich komplett anders an. Wer schon einmal einen Wettkampf über zwei Tage gefahren ist, kennt wahrscheinlich dieses seltsame Gefühl. Ich wachte fast schon entspannt auf – als wäre das Event eigentlich schon vorbei. Es dauerte einen Moment, bis ich wieder voll im Competition Mode war.
Nach meinem Run am Samstag hatten wir noch eine weitere Stunde Training. Die nutzte ich, um endlich den Hip Transfer richtig zu dialen. Vor meinem zweiten Run wusste ich: Ich hatte alles, was ich brauchte. Jetzt musste ich es nur noch zusammenbringen.
Zu diesem Zeitpunkt lag ich auf dem dritten Platz, und hinter mir standen nur noch Robin Goomes und Hannah Bergemann am Start.
Dieser Run war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Ein sauberer, lang gezogener Sui am Top Drop. Mein eigener Hip Transfer. Die Revanche am Rock Bonk. Jedes Feature genau so, wie ich es wollte.
Es kommt selten vor, dass ich nach einem Run wirklich komplett zufrieden bin – aber das war einer dieser Momente. Ich hätte ihn wirklich nicht besser fahren können.
Der Sonntagmorgen fühlte sich komplett anders an. Wer schon einmal einen Wettkampf über zwei Tage gefahren ist, kennt wahrscheinlich dieses seltsame Gefühl. Ich wachte fast schon entspannt auf – als wäre das Event eigentlich schon vorbei. Es dauerte einen Moment, bis ich wieder voll im Competition Mode war.
Nach meinem Run am Samstag hatten wir noch eine weitere Stunde Training. Die nutzte ich, um endlich den Hip Transfer richtig zu dialen. Vor meinem zweiten Run wusste ich: Ich hatte alles, was ich brauchte. Jetzt musste ich es nur noch zusammenbringen.
Zu diesem Zeitpunkt lag ich auf dem dritten Platz, und hinter mir standen nur noch Robin Goomes und Hannah Bergemann am Start.
Dieser Run war genau so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.
Ein sauberer, lang gezogener Sui am Top Drop. Mein eigener Hip Transfer. Die Revanche am Rock Bonk. Jedes Feature genau so, wie ich es wollte.
Es kommt selten vor, dass ich nach einem Run wirklich komplett zufrieden bin – aber das war einer dieser Momente. Ich hätte ihn wirklich nicht besser fahren können.

DER BESTE MOMENT
Ironischerweise war mein Lieblingsmoment gar keiner der Tricks.
Er passierte, als ich kurz nach dem Hip Transfer und vor der Einfahrt in die blinde Shark Fin an einer Gruppe meiner Freunde vorbeifuhr, die neben der Strecke standen.
Ihre Energie war einfach ansteckend.
Ich hatte mit ein paar von ihnen kurz Blickkontakt, verlor für einen Moment komplett meinen Fokus und musste einfach grinsen.
Mein Partner stand ebenfalls in der Menge und checkte sofort, was gerade passiert war.
„FOKUS WIEDER AN!“, hörte ich ihn rufen, als ich an ihm vorbeifuhr.
Und genau das habe ich gemacht.

BIS NÄCHSTES JAHR
Ich beendete das Wochenende auf dem zweiten Platz – und hätte nicht stolzer sein können.
Noch wichtiger war für mich aber das Gefühl, Mount Dewar mit dem Wissen zu verlassen, den bestmöglichen Run abgeliefert zu haben, zu dem ich fähig war. Und dieses Gefühl bedeutet mir mehr als jedes Ergebnis.
Natural Selection Bike hat einmal mehr eine unvergessliche Woche geliefert – mit unglaublichem Riding, besonderen Momenten und einer großartigen Community.
Bis nächstes Jahr, NST.













